Fire and Rain!

Ulis Weblog

Wie/Wer bin ich - Wer oder was definiert/e mich?

Das ist, glaube ich, eine Frage, die sich jeder Mensch eines Tages stellt. Eine Frage, die von jedem Menschen schon von Kind auf irgendwo beantwortet werden sollte. Zumindest, daß man geliebt ist, egal, wie man (drauf) ist. Sicher, als Teeniager hinterfragt man dann vieles, aber was passiert, wenn dann so überhaupt keine Basis da ist?
Ich meine zu beobachten, daß viele sich auf andere Menschen stü(r)zen, um ihnen zu gefallen, bzw. versuchen, sich in Gruppen einzubringen, was nicht selten zufolge hat, daß sie sich von diesen Gruppen definieren lassen. Das funktioniert auch nur so lange, wie die Gruppen existieren bzw. erträglich sind. So oder so kommt man durch reine Abhängigkeit zu Menschen zu Verletzungen. Ich glaube, das ist unausweichlich.
Man weiß hinterher nicht, wie man ist, vielleicht, wie man nicht sein will und hat dann eine Art “Antibild” für sich entwickelt. Oft wird das dann auf andere, ähnliche Gruppen übertragen, oder vielleicht sogar auf jede Art von Gruppierung.
Die Abneigung geht dabei weniger gegen die Identitäten der Gruppen an sich, sondern gegen das vermeintliche Betreben der Gruppe, ihre Identät einem aufzustülpen. Meistens ist da die Angst davor weit größer als realistisch.

Doch wenn man seine Identität in Jesus und eben nicht in einer Gruppe oder von Menschen bekommen hat, dürfte das einen recht wenig jucken. Ich wurde über knapp 2 Jahrzehnte katholisch erzogen und hatte das kath. Weltbild in mir aufgebaut. Ein Weltbild, was mir nie gefiel, aber ich akzeptierte es für Jahre. Auch über diese Schiene wurde mir eingetrichtert, daß ich ein schlechter Mensch bin, weil ich ein schlechter Katholik war, auch als Ministrant habe ich nicht wirklich was getaugt.
Das führte ich zur Selbstablehnung. Klar kamen noch andere Faktoren dazu, aber das bildete die Basis davon. Es war nicht gut, aber ich hatte mich dran gewöhnt und es war mir sehr vertraut. Aber irgendwo hatte ich doch die Nase voll davon. Geht man dagegen an, bekommt man ja auch irgendwo Druck von anderen Menschen, wie zB der Mutter meiner damaligen Freundin (die mit ihren damals 50 Jahren anfing, regelmäßig in die Kirche ging, um sich mit Gott gutzustellen). Also schon allein eine Meinung gegen das System wurde sehr oft mit Verachtung bestraft, was wiederum aufs Ego ging, das ohnehin am Boden war.

Mit 21 konnte ich dann endlich damit brechen, mir wurde die Meinung von Menschen zunehmend egal, aber auf eine eher positive Weise, denn ich lernte Jesus kennen. Gott hat mich geschaffen, er weiß, wer/wie ich bin und er liebt mich. Ergo definiert er mich. Und der Menschen Meinung darüber fand ich anfangs lächerlich, die kath. Kirche lehnte ich schon fast militant ab, bzw. ging massiv dagegen an. Ich fühlte mich verletzt, klar, denn das System “Kath. Kirche” hat mich immerhin knapp 2 Jahrzehnte lang verarscht, das denke ich irgendwo heute noch so. Das schreibe ich jedoch nicht der gesamten kath. Kirche zu, sondern speziell der Kirchgemeinde, in der ich aufgewachsen bin. Heute weiß ich und erkenne an, daß es unter Katholiken auch (viele) Christen gibt.
Diese Identitätsgrundlage in Jesus Christus macht mich jedoch zu einem geliebten Kind, zu jemanden, der unabhängig von seinen Taten wertvoll ist und ich konnte das sehr schnell nach außen vertreten. Ich besuchte viele Freikirchen, einfach, um mal zu gucken, was sie so treiben. Und nicht wenige wollten, daß ich zB meine Haare abschneide, weil das ja schändlich für einen Mann ist, einige meinten, daß mein Lebensstil schlecht wäre und ich so in die Hölle komme. Ich ließ mich davon aber nicht verrücktmachen. Denn ich wußte und ich weiß, wer ich bin. Und ich weiß um meine Beziehung zu Jesus, die mal gut, mal schlecht ist. Aber sie ist da. Ich bin an sich ein unsicherer Mensch, zumindest in dem, was ich tue, gerade, wenn es geistlich wird. Klar, oft ist Gott da so präsent, daß ich mir eben nicht unsicher bin, aber gerade meine Zeit als Leiter war geprägt von Unsicherheit. Doch ich fühlte mich dabei nie von Gott verdammt, oderso.

Ich habe viele Menschen kennengelernt. Viele, denen wirklich Schlechtes widerfahren ist. Interessant ist, daß alle die, die als Kind (und Teenager) immerhin einen guten Draht zu ihrem Vater hatten, sagten, daß Gott nichts dazu kann und mit Gott zumindest kein Problem haben, die meisten sind Christen, sogar in einer Gemeinde, selbst wenn sie von anderen Gemeinden verletzt wurden.
Viele, die (meistens ja auch irgendwo zurecht) Schwierigkeiten mit ihren Eltern hatten (und haben), scheinen da Gott eher “die Schuld für Scheiße zu geben” und damit auch eher gegen Gott und auch gegen andere Christen/Gemeinden aufzubegehren. Es kommt mir manchmal so vor, daß sie Angst haben, daß sie zu unrecht von Menschen zurechtdefiniert werden und daher um sich beißen. Ob das wirklich so ist, weiß ich natürlich nicht.
Wie ein Mensch wirklich ist, oder zu sein hat (was in dem Satz dasselbe ist), weiß nur Gott und eben nicht die Menschen. Sicher gibt die Bibel da einen Rahmen, der an manchen (”fleischlchen”) Stellen wehtut, aber die letztlich auch oft Interpretationssache sind.

Nicht wegzudiskutieren ist, daß Gott dich liebt. Und das ist ein Brocken, den jeder Mensch erstmal (für sich) annehmen/raffen muß, bevor er auch nur daran denken sollte, sich vermeintlich “für Gott” oder “zu Gott hin” zu verändern. Denn die Liebe Gottes an sich verändert schon.

“Der tiefste Grund für unsere Zuversicht liegt in Gottes Liebe zu uns: Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.” (1. Johannesbrief 4,19)

Quo vadis?

Derzeit schreibe ich ja an meiner Fortsetzung der Story. Aber nicht nur wegen alten, schmerzhaften Erfahrungen, sondern auch aus aktuellerem Anlaß will ich den Post mal schreiben.

Du bist auf deiner Lebensautobahn, hast vielleicht, je nachdem, auf welcher Autobahn du gerade bist, das eine oder andere Mal Jesus schonmal erlebt oder kennengelernt. Vielleicht so, wie manche Menschen zur Zeit Jesu ihn kennengelernt, gesehen haben oder vielleicht sogar von ihm geheilt wurden. Aber nicht alle sind ihm nachgefolgt. Warum? Erstens, weil er niemanden zwingt und zweitens, weil jeden Menschen mit der Entscheidung zur Nachfolge in Ruhe ließ.

Auf der Lebensautobahn ist es vielleicht so, daß du hetzt und rast, vieles garnicht mehr wahrnimmst und Jesus dabei vielleicht mal am Straßenrand aufblinkt, in Form eines Autobahnkirchenschildes vielleicht. Die Abfahrt verpaßt man dann meistens, auch wenn es deren, so glaube ich, mehrere gibt.

Vielleicht tuckerst du auch gemütlich den Asphalt entlang und genießt die Landschaft, beobachtest ein paar Kühe weiter weg grasen. Du siehst ein Schild, das auf Jesus hinweist, aber ignorierst es.

Vielleicht erkennst du nach der 4., 5. oder 100. Jesus-Ausfahrt, daß du hier rausmußt, raus aus deinem Trott, raus aus deinem (bisherigen) Leben. Du biegst also ab. Und das bedeutet:

AUTOBAHNENDE!

Das bedeutet auch gleichzeitig, daß dein alter Lebensstiefel vorbei ist. Nicht mehr, nicht weniger erwartet oder verlangte Jesus von den Leuten, die ihm nachgefolgt sind. Es zählt in erster Linie nicht mehr, wie du dir dein Leben vorstellst, es zählt, wie Jesus dein Leben gestalten möchte.

Es kommt nun so an, als wolle Jesus dich durch einen Fleischwolf drehen, und dich als Gehacktes hinterher so zusammenmanschen, wie es ihm gefällt. Aber das ist nicht so. Es sind eben oft verdammt harte Schritte zu gehen, gerade, wenn es um Identitätsdinge geht. Wenn du dich zB früher von einer Verletzung hast prägen lassen, was dich zu dem gemacht hat, was du heute bist, so möchte Jesus dich da heilen - und dich so zu einem Menschen machen, wie du eigentlich (gemacht) bist. Ich glaube, daß jeder Menschen mit solchen Verletzungen rumläuft, bzw. diese hatte. Und ich glaube, daß Jesus alle diese Verletzungen heilen möchte. Dazu braucht er deine Erlaubnis, in dein Leben einzugreifen. Verweigerst du die, nimmst du wieder die nächste Autobahn(auffahrt), oder wahrscheinlicher dieselbe und du wunderst dich, daß sich in deinem Leben nichts verändert hat, obwohl du doch damals, irgendwann mal Jesus dein Leben gegeben hast. Naja, du hast es wieder mitgenommen und an dich gerissen, oder? Jesus darf vielleicht mal über deine Wunden pusten, aber …heilen?! All die “schönen” Verletzungen, diese Narben, die mich ach so “schön” verzieren, die ich mir angeeignet, ja, vielleicht sogar “verdient” habe, soll ich dann plötzlich hergeben?

JA!

“Geht durch das enge Tor! Denn das weite Tor und der breite Weg führen ins Verderben, und viele sind auf diesem Weg.” (Matthäus 7,13)

Wer sein Leben zu erhalten sucht, wird es verlieren; wer es aber verliert, wird es neu geschenkt bekommen” (Lukas 17,33)

Freundschaften, die Welt und ich

In den letzten Monaten/Jahren wurde mir von ein paar Freunden aus Darmstadt in gewisser Weise “vorgeworfen”, daß sie für mich uninteressant werden, weil sie wenig(er) Probleme haben als zB die Früchtchen von der “Ostfront”. Ich hab das verstanden, geprüft und für mich herausgefunden, daß der Grund ein anderer ist. Aber das muß ich zT noch mit den Freunden bequatschen.

Freundschaft fußt auf unter anderem (sehr viel) Vetrauen. Manchen Menschen kann ich vertrauen, bei anderen kann ich das eben nicht, oder sehr viel weniger. Es ist richtig, daß ich sehr wenigen Menschen vertrauen und mich ihnen daher öffnen kann. Kriege ich (gefühlt) unverhältnismäßig eins übergebraten, und das wiederholt, mache ich dicht. Das ist, denke ich, auch irgendwo eine normale Schutzreaktion.

Für viele bin ich anscheinend sehr vertrauenswürdig. Gerade im Chat wird mir viel Vertrauen entgegengebracht und es tut vielen schonmal gut, daß sie sich auskotzen können. Das ist meistens kein Problem für mich. Ich habe hie und da Angst, daß ich diese Menschen verletze, indem ich zu hart bin, indem ich vielleicht zu ungeduldig bin, oder aus Kraftlosigkeit heraus verletzend werde. Gestern erzählte mir ein Teenie von heftigen Problemen, es ist letztlich auch egal, wer das war und um was es geht. Sie erzählte mir, daß sie eigentlich gerade älteren Männern nicht vertrauen kann….

Daß sie gerade mir als (aus ihrer Perspektive) älteren Mann das zum ersten Mal überhaupt einem Menschen erzählt hat, wundert und “ehrt” mich auch zugleich. Irgendwo habe ich sie auch liebgewonnen und es macht mir Freude, sie kennenzulernen.

Doch was heißt das eigentlich? Daß es sau wenige Menschen gibt, die für solche Leute da sind, die sich nicht in ihrer eigenen Welt verbarrikadieren und offenen Auges mit der Realität dieser Welt befassen.

Nein, mir wird das nicht zuviel, nur finde ich es schade, daß ich mich über weite Strecken da “allein” fühle.

Bitte betet für mich.

Leben…

Ich greife mal einen recht bekannten Satz in der Bibel auf: “Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, wird es retten.” (Markus 8,35 rev. Elberfelder Übersetzung)

Der Satz wird, glaube ich, oft fehlinterpretiert, ich finde manche Sätze in der Bibel auch sehr gefährlich, wenn man sie so aus dem Kontext reißt und sie mit seinen eigenen Ideen füllt. Das kann nämlich sehr oft genau ein Stück des “eigenen Lebens” (nämlich in dem Fall das des Predigers) sein!

Lese ich das im Kontext, geht es darum, daß Jesus vorher seinen Tod ankündigt, was den Jüngern so garnicht in den Kram paßte. Die Jünger machten sich so ihre eigenen Vorstellungen von dem, wie es mit Jesus weitergehen sollte. Ich glaube sogar, die hätten es am liebsten gehabt, es wäre grad so mit Wundern, Heilungen, Dämonenaustreibungen mit Jesus weitergegangen.

Jesus sagte aber sinngemäß, daß es ohne ihn weitergehen wird, was für die Jünger, allen voran Petrus, schrecklich (unangenehm/unbequem?) war.

Wie ist es mit uns und Jesus? Von welchen Vorstellungen müßten wir uns verabschieden? “Wenn dies und das in meinem Leben stimmt, dann kann ich mit Jesus anfangen”, nehme ich oft wahr (vielleicht bin ich da auch sehr subjektiv?). Aber Jesus möchte die Nr. 1 im Leben sein, und ich glaube, daß vieles erst in Erfüllung gehen kann oder sollte, wenn diese Einstellung da ist.

Ich beschreibe es mal mit einem kleinen Wald. Da sind viele Bäume. Und hört man so manche Megaphonpredigt zu dem Thema, so kriegt man die Order, verschiedene Bäume darin zu fällen (nichtchristliche Freunde zB), was aber möglicherweise überhaupt nicht nötig ist. Man muß es selbst prüfen und gerade bei solchen vermeintlich mitreißenden Predigten besonnen handeln. Ich glaube, daß die meisten Bäume von selbst durch gewisse Stürme ausgerissen werden. Nicht selten Bäume, von denen man es nie glaubte. Manche, “faul” wirkende, halten sich jedoch zäh und manche haben auch tatsächlich viel Ungeziefer, was andere Bäume angreift und den Wald allmählich ausdünnt.

Ich glaube, man muß oft dazu einfach Bäume loslassen, bereit dazu sein, daß sie “gehen” und “ausgerissen” werden, anstatt selbst Hand anzulegen oder andere Bäume auf K(r)ampf festzuhalten.

Wüstenzeiten

Heute morgen habe ich Martins Video auf N24 angeschaut. Er erzählt darin nicht nur über die Volxbibel und die Höhen seines Lebens, sondern eben auch über die Wüstenzeiten, und wie er damit umgegangen ist. Auch wenn mein Leben nicht so heftig war, das Prinzip ist, so glaube ich, dasselbe und man findet es sogar in der Bibel wieder: Geht’s einem schlecht und Gott scheint ewig weit weg, sucht man den Weg zu den (alten) “ägyptischen Fleischtöpfen”. Man geht eben dorthin, wo man die “Umgebung” kennt, auch wenn man weiß, daß es (eigentlich) scheiße ist, so kennt man es wenigstens.

In 13 Jahren Jesus Freaks, in denen ich “dabei” bin, habe ich das immer wieder miterlebt. An mir, an anderen.
Aber bringt es das? Bringt es mich weiter? Oder bringt es mich weiter, zu sagen “und trotzdem glaube und vertraue ich” ?

Freilich kann ich sagen “nö, darauf hab ich echt keinen Bock mehr”, und man fühlt sich auch irgendwo im Recht. Aber was nützt es ?

Wenn ich keinen Bock auf Gott habe, ziehe ich mich völlig zurück, vielleicht nicht äußerlich, aber doch innerlich. Ich stelle meinen Glauben immermal, gerade in Wüstenzeiten, auf den “Prüfstand” und frage mich selbst, wieviel Substanz das ganze hat. Das ist verdammt unangenehm, das zehrt, das ist anstrengend und mit einem Arsch voll Ängsten verbunden. Vorallem die Angst, daß es Gott ja doch nicht gibt. Und doch: In diesen Zeiten, wenn ich meinen Nullpunkt erreicht habe, genau dann spricht Gott zu mir. Und das bestimmt nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe und meistens noch nichtmal durch Christen oder vermeintlich christilche Dinge. Dennoch weiß ich, daß er da ist und worauf ich mich stellen kann.

Aber an diesem Punkt will ich nicht bleiben, sondern weitergehen, was auch immer das konkret heißen mag.

Warnungen

Wenn ich Menschen irgendwie Jesus zeige, dann befinde ich mich unweigerlich “im Krieg”, und damit meine ich nicht Krieg im Sinne von “Blut und Eisen”, sondern geistlich, wie es auch klar in Epheser 6 beschrieben ist. Wenn ich dann schon an der “Front” bin, sollte ich auf Warnungen von Gott hören. Wenn er sagt “zieh die Angge ein” (fränk. Ausdruck für “zieh den Kopf ein” :-)), dann ziehe ich mich zurück und überlege da nicht lange, ob das nun für mich Sinn macht, oder nicht. Und dann bleibe ich solange zurückgezogen, bis Gott sagt, daß ich wieder nach vorne kann.

Es nützt also nichts, wenn ihr euch wünscht, daß ich wieder in den Chat soll, wenn, dann macht das Gott.

Ich habe einige Leute in verschiedenen Chats gesehen, die bis zum letzten “gekämpft” haben und dabei üblen Schiffbruch erlitten haben. Ich habe davor enormen Respekt und will damit nicht spielen.

Komisch, was Christen manchmal so denken und glauben…

Gestern habe ich mich mit einer Christin unterhalten. Es ging erstmal um die Jesus Freaks an sich und dann über bestimmte Bibelauslegungen. Was mich dabei irgendwie schockiert hat, ist die Oberflächlichkeit, mit der (eben leider auch Christen) leben. Man geht vom Hörensagen aus, wie ein Gruppe/Gemeinde draufsein muß, ohne sich den Laden selbst mal angesehen zu haben.

Wenn Jesus Freaks als Teil des Leib Christi den Ruf Jesu Folge leisten, die Gute Botschaft (unter den Nichtchristen, ja wo denn sonst??!?) zu “verkündigen”, ist es nicht verwunderlich, wenn dort Nichtchristen sind, die eben vermeintlich “böse” Dinge tun. Unter “Verkündigen” verstehe ich nicht, von oben herab was runterzupredigen, sondern mit den Menschen in Kontakt zu treten, sich mit ihnen zu beschäftigen, evtl. auch ihren Nöten zu begegnen. Das hat Jesus doch auch (so) gemacht! Freilich hat er auch mal Tacheles geredet, aber das doch vielmehr zu den Pharisäern als zu denen, die eben keine Schriftgelehrten waren.

Ich werde das Gefühl nicht los, daß manche Menschen vor mir bzw. manch anderen Jesus Freaks Angst haben, oder neidisch sind, weil sie sich erlauben, sich so frei(zügig) zu bewegen bzw. aufzutreten. Und damit meine ich nicht nur Christen, sondern eben auch solche, die gerne auch mal auf mich schimpfen, weil ich ein Christ bin, den man zudem noch nichtmal einschubladieren kann.

Ich frage mich, wieso manche Christen die Menschen in vermeintlich “gut” und “böse” einordnen müssen, oder wer jetzt Christ ist, oder nicht. Haben wir das zu beurteilen? Können wir das überhaupt?

Sicher, man kann Menschen durch ein Raster schmeißen und gucken, was nach “biblischen Maßstäben” (die ja letztlich auch oft wieder Interpretationssache sind!) noch übrig bleibt und das sind dann Christen. Aber das empfinde ich als Bullshit. Ich will nie (wieder?) in einer Gemeinde sein, die tiefe (vermeintlich biblische) Gräben zur Außenwelt zieht, sich mit religiösen Mauern nach Außen hin “absichert” und drinnen ihr eigenes Süppchen kocht.

Entweder ich bin Christ, ich lebe mit Jesus, oder ich tue es nicht. Das findet man nur heraus, wenn man die Menschen näher kennenlernt und nicht, ob sie vor der Ehe Sex haben, mal einen heben oder in die gemischte Sauna gehen.

Jesus haßt sie Sünde - aber er liebt den Sünder. Und das versuche ich auch. Jesus wischt Sünde ab, und verändet Menschen. Nicht wir, schon garnicht, indem wir versuchen, Menschen mit religiösen Anweisungen zu quälen.

Wann hört ihr endlich auf mit dem Scheiß?

Jesus - Wahrheit - Erkenntnis - Konsequenz?

In den letzten Jahren habe ich viele Menschen kennengelernt, die Jesus erlebt haben, die mir das auch so sagten, bzw. mir sogar dafür gedankt haben, daß ich ihnen “Jesus gezeigt” habe. Doch was ist meist die Konsequenz daraus? Es gibt keine. Manche sagen klar, daß sie ihr Leben ändern müßten, aber nicht wollen. Das ist noch die ehrlichste Reaktion, und auch noch eine, die ich gut verstehen kann. Denn es kostet dich immerhin dein (altes!) Leben, wenn du mit Jesus leben willst.

Abgesehen davon, daß die meisten die Schnauze voll von ihrem (alten) Leben haben, aber doch so weitermachen (wollen), ist es für mich strange, daß die, die Jesus erkennen, ihn doch heimlich still und leise wieder zu “verwerfen” zu scheinen. Also das ist mein Eindruck, der freilich subjektiv ist!

Trotzdem finde ich darin das Gleichnis vom Sämann wieder. Oft wird das “Wort Gottes” mit dem Saatgut verglichen, ich sehe darin auch noch zusätzlich die Taten des Sämanns. Also, wenn jemand hohle Phrasen drischt, ist das so als würde der Sämann nur mit Stroh um sich schmeißen, das freilich keine Frucht bringt.

Aber zurück zum Zuhörer. Viele nehmen Jesus durchaus wahr, verdrängen das aber wieder, oft, indem sie Jesus etwas “kirchliches” (negatives) anhängen und sich dann sagen, daß sie mit “diesem Jesus” nichts mehr zu tun haben wollen. Für ist auch klar, daß ich mit dem Gott, den ich in “meiner Dorfkirche” kennenlernen mußte, nichts zu tun haben will. Eine Bekannte nannte ihn sogar “Leistungsgötzen”, was die Sache, wie ich finde, sehr genau trifft.

Ich kann nur sagen und vorleben, daß Jesus anders ist und wahrscheinlich, so wie ich, aus der Kirche schon längst ausgetreten ist. Aber selbst damit haben viele Menschen ein Problem. Das Problem mit seiner Liebe.

Liebe ist ein Wort, das in unserer Gesellschaft total verzerrt wird. Vielleicht sagen sogar einige “Jesus liebt dich, indem er dich fickt”, womit sie sagen wollen, daß Jesus auch nur eine von vielen Religionen ist, der man sich unterwerfen muß, um sein Seelenheil zu erlangen.

Ich sehe das anders: Liebe ist immer etwas freiwilliges. Liebe kann man nicht erkaufen oder ermanipulieren. Liebe ist rein und echt, oder sie existiert nicht. Das heißt im Umkehrschluß, daß Jesus dich nur lieben kann, wenn du es möchtest. Und das gilt für dich sogar als Christ ;-), wenn du dich vor ein paar Jahren mal für Jesus entschieden hast. Es ist, wie jede Beziehung, irgendwo immer eine Entscheidung aufs neue. Jesus liebt die Menschen (auch dich!) und er ist zu uns gekommen, damit wir gerettet sind. Wir können und müssen also zu unserem Seelenheil nichts mehr beitragen - das einzige, was wir “müssen” ist genau das Geschenk Jesu anzunehmen, denn er drängt es uns nicht auf. Eine Beziehung mit Jesus, was ich als “Christsein” definiere, hat also rein garnichts mit “Religion” bzw. “Religiösität” zu tun.

Leider verfallen wir Christen auch phasenweise in Religiösität zurück, aber es ist nicht im Sinne des Erfinders und Religiösität lehne ich daher ab, denn ich bezeichne es als Versuch des Menschen, selbst das Seelenheil zu erlangen bzw. zu Gott zu gelangen. Jesus sagt aber ganz klar, daß er der Weg zu Got ist. Ich glaube, daß es eben die Beziehung zu ihm ist.

Und meiner Meinung nach gehts genau darum: Jesus sehnt sich nach dir, möchte also von dir geliebt werden. Das kannst du nur wollen, wenn du ihn kennenlernst - und dich von ihm lieben läßt ;-). Wir Christen, auch ich, lieben doch auch nur deswegen.

Liebe ist dabei wie ein Feuer, das sich hoffentlich ausbreitet und ich bin gerne ein Zündler.

Veränderungen…

Irgendwie liegt derzeit so einiges in der Luft. Ich kann es nicht greifen, geschweige denn sagen oder ausdrücken. Es ist vielmehr so ein Gefühl.

Seit 1 Jahr sind die JF-”Brückenau” in Weichersbach. Es hieß anfangs, daß es nur eine Übergangslösung wäre, aber anscheinend wirds eine Dauerlösung. Ich selbst sehe mich als “letzten Brückenauer” in der Runde der Freaks aus dem Raum Schlüchtern. Nein, mache niemandem Vorwürfe und ich habe mich auch (jedenfalls wüßte ich nichts davon!) mit niemandem verkracht, oderso. Mein Eindruck ist, daß die JF-”BRK” lieber in Weichersbach bleiben wollen, bzw. nach Schlüchtern gehen wollen, anstatt wieder zurück nach Brückenau, was auch logisch ist, wenn keine Brückenauer mehr da sind. Ich heiße das einerseits für gut, andererseits kann ich das nicht mittragen und will daher mittelfristig von den JF-”BRK” verabschieden, evtl. in BRK was neues (Hauskreis?) starten, wie auch immer das dann aussehen mag. Ich werde viele vermissen, die mir in den letzten Jahren ans Herz gewachsen sind, aber irgendwo merke ich auch, daß ich diese Menschen loslassen muß.

Überraschend Rückenwind bekam ich an der “Ostfront”, wo ich plötzlich 2 Christen kennenlernte, und durchaus Menschen, die irgendwo an Jesus interessiert sind. So hoffe ich, daß ich mit ein paar Leuten hie und da diverse Jugendtreffs anfahren kann, zwecks JF-Gottesdienst, und in ein paar Monaten stehe ich wahrscheinlich in Hammelburg in der Hauptschule vor einer 9. Klasse im Religionsunterricht, um was von Jesus (und seinen Freaks) zu erzählen.

Wer das liest und Christ ist ahnt, daß ich ne Bitte habe: Bitte betet für mich. Danke.

SofX

Jesus und Freiheit

Das sind zwei Worte, die sich für viele Menschen total beißen. “Jesus macht nicht frei, sondern unfrei”, sagen dabei viele. Und selbst diejenigen, die mit Jesus leben (wollen), machen oft den Anschein als leben sie unfrei, eben weil sie sich freiwillig zB in Religiösität begeben.
Jesus lehnt(e), so glaube ich fest, Religiösität ab. Ich sehe mein Christsein überhaupt nicht als ein Hineinpressen von Regeln, daß ich dies und das nicht tun darf, weil es vermeintlich “Sünde” ist. Und dabei wird auch nicht selten übertrieben.
Christsein ist für mich ein Leben in Beziehung zu Jesus. Und das ist auch wieder sehr schwierig für einen zu verstehen, der selbst kaum fähig ist, eine Beziehung zu führen. Auch da kommt der Zwanggedanke wieder voll rein.
Also versuche ich das ganze vorzuleben, ohne den moralischen Zeigefinger zu heben und aufzuzählen, was der/diejenige alles so falschmachen. Jesus liebt die Menschen, und ich versuche das auch zu tun. Lieben bedeutet in dem Fall (also bei Jesus) sogar uneingeschränkt lieben, vorbehaltslos. Also, ohne, daß Mensch etwas dazu tun (Regeln einhalten, etc) muß. Die Liebe ist schon da, man muß sie halt nur ergreifen (wollen!). Und die Liebe kommt von Jesus und diese Liebe macht auch frei. Und Gott sei Dank (wem denn sonst?) ist diese Liebe nicht an Kirchen, Gemeinde, Gemeinschaften oder sonstigen Verein(igung)en gekoppelt, sondern kommt aus deiner persönlichen Beziehung zu Jesus.
Es geht nicht um Religion, es geht um Liebe.

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